Meine Krippe   Mechanisches Krippenspiel in Garsten

Home


Dr. Karl und
Elfriede Mayer

Direktor des Gymnasiums Steyr, in Pension
Direktorin der Volkschule Garsten, in Pension
A-4451 Garsten
St.Berthold-Allee 7
mayer.karl@utanet.at

Aus den Resten einer alten böhmischen Krippe.

2000 von Elfi und Karl Mayer neu gebaut.

Technik: Erwin Schmidleitner
Das mechanische Krippenspiel ist zu einer Art Krippendokument geworden. In ihr ist eine bisher verschollene Reichenberger Krippe und damit eine alte Krippentradition zu neuem Leben erweckt worden.

Zurück


Detail: Hirtenfeld


Detail: Holzhacker, Mann im Baum, Sagler (Bewegliche Szenen).
Dazu: Tratschende Buben, Nachtwächter

Bild oben: Gesamtansicht der Krippe. Maße Krippenberg 240 x 170 cm

Dr. Karl Mayer (Direktor des Gymnasiums Steyr) und Elfriede Mayer (Direktorin der Volkschule Garsten), beide in Pension.
Die intensive Beschäftigung mit der Krippe begann um1980 in Hinblick auf das Jubiläumsjahr “1000 Jahre Garsten³, zu dem wir einen Beitrag leisten wollten. Und da der Großvater 1926 über seine Familienkrippe schrieb: “Die Krippe ist ca. 100 Jahre alt, ein Nagelschmied hat sie gemacht³, gingen wir dieser Spur nach. Wir konnten die Tradition der bodenständigen Kastenkrippe (“Nagelschmiedkrippe³) im “Krippenland an der Eisenstraße³ wiederentdecken und wissenschaftlich aufarbeiten.
Unsere gemeinsame Vorliebe gilt der Krippenforschung, dem Restaurieren alter und dem Bauen neuer Krippen. Dabei haben für uns die beweglichen Krippen einen besonderen Reiz. (Erwin Schmidleitner ist uns dabei als Hobbytechniker ein besonderer Helfer).

Publikationen:
Karl Mayer - Gerald Kapfer, "Weihnachtskrippen in Garsten, Steyr, Christkindl"
1992, 2002 in 2. Auflage. Verlag Ennsthaler, Steyr
Karl Mayer, "Krippenland an der Eisenstraße."
In: Katalog zur OÖ Landesausstellung 1998, Seite 384ff.
Elfriede Mayer, "Wie der Jubelkarl ins Kripperl kam."
Eine weihnachtliche Geschichte um die Nagelschmiedkrippe.
Verlag Ennsthaler, Steyr, 1998.

Details zum Mechanischen Krippenspiel:
Durch Zufall konnten wir von einem Händler Teile einer alten Krippe erwerben. Es waren drei Tafeln eines Hintergrunds, eine Schachtel mit Häusern und Papierfiguren, dazu noch Reste von beweglichen Szenen. Nachforschungen haben ergeben, dass die Teile aus einer alten böhmischen Krippe stammten. Sie gehörte einem Josef Schauberger, der in jungen Jahren aus Ulrichsberg im Mühlviertel nach Reichenberg in Nordböhmen ging und ein Geschäft für Bau-, Kunst-Glaserei, Spiegelbelegerei, Glasschleiferei und Ätzerei eröffnete. 1942 kehrte er mit seiner Krippe nach Österreich zurück. Nach seinem Tod gerieten die Teile der Krippe an einen Händler, von dem wir sie 1995 käuflich erwerben konnten.
Unser Plan war klar: Die Maße des Hintergrunds legten die Größe der Krippe mit 240 x 170 cm fest. Es galt, aus den Resten der Krippe wieder eine große Landschaftskrippe in der Art der Reichenberger Tuchmacherkrippen neu erstehen zu lassen. (Eine Fahrt nach Liberec-Reichenberg führte uns zu einigen noch erhaltenen mechanischen Krippen im Tal Christophsgrund).

In mehrjähriger Planungs- und Bauzeit (1996-2000) entstand schließlich ein großes mechanisches Krippenspiel mit 25 beweglichen Szenen wie Sägewerk und Wasserfall, weidenden Kühen, Schafherde mit Stoßböcken, Windmühlen und Bandschleifen, Holzschneider, Mäher, Dängler, Lautenspieler und Spinnerin; zwei Männer fahren im Boot.

So könnte auch die ursprüngliche Krippe des Josef Schauberger ausgesehen haben, die zu den mechanischen Großkrippen zählte, wie sie in vielen begüterten Reichenberger Familien zu finden waren oder in Gasthöfen als Krippenspiel zur Schau gestellt wurden.

Die Teile der Krippe stammen aus verschiedenen Zeiten. Manches wurde damals am Reichenberger Krippelmarkt angeboten. Zwei Häuser sind signiert - “Josef Kaspar 1926³. Die Papierfiguren sind älter. Bemerkenswert sind einige Krippenmannl aus Papier vom Reichenberger Maler Jakob Ginzel(1792-1862), andere stammen von Adolf Hildebrand und anderen Olschitzer Mannlmalern der damaligen Zeit. Weitere Figuren und Bäume haben wir bei der Neugestaltung der Krippe ergänzt.

Die mechanischen Szenen der ursprünglichen Krippe wurden über Schnurzüge mit Handkurbel in Bewegung gesetzt. Der heutige Antrieb erfolgt über kleine Motoren.

Das mechanische Krippenspiel ist zu einer Art Krippendokument geworden. In ihr ist eine bisher verschollene Reichenberger Krippe und damit eine alte Krippentradition zu neuem Leben erweckt worden.

Wir zeigen die Krippe beim jährlichen “Garstner Advent³ in der Ausstellung “Krippen in der Prälatur³ am 1. u. 2. Adventwochenende u. am 8. Dezember.